Der Krise aktiv, konstruktiv und offensiv begegnen

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In ihrem Positionspapier fordern 31 Großsportvereine aus NRW ein Sonderprogramm für Investitionen in innovative Outdoorsportangebote.

Die TG Neuss hat mit 31 weiteren Großsportvereinen aus NRW ein Positionspapier zu aktuellen Lage der Sportvereine verfasst.

Der Freiburger Kreis (FK) ist eine Arbeitsgemeinschaft größerer deutscher Sportvereine mit derzeit mehr als 180 Mitgliedsvereinen und über eine Million Sporttreibenden. Ihm angeschlossen sind aus dem Rhein-Kreis die TG Neuss, die SG Kaarst und der TSV Bayer Dormagen.

Bereits im November hatte der unabhängig von Landessportbünden und Fachverbänden agierende Freiburger Kreis auf die prekäre Lage im Sport hingewiesen. In seinem Positionspapier sagt er für das Jahr 2021 einen Mitgliederrückgang in den Vereinen von zehn Prozent voraus. Eine Umfrage hat diese erschreckende Zahl bereits für 2020 ergeben: Bei 176 Rückmeldungen konnte eine Differenz von rund zehn Prozent vom 1. Januar 2021 zum 1. Januar 2020 festgestellt werden. Mit Ausnahme von sieben Vereinen hatten alle anderen Einbußen zu verzeichnen, teilweise bis zu 45 Prozent. Januar und Februar sind stets die eintrittsstärksten Monate. Da derzeit jedoch keine Eintritte zu verzeichnen sind, ist mit einiger Sicherheit ein noch viel größerer Mitgliederverlust zu erwarten, der kurz- und mittelfristig nicht auszugleichen ist. Dies führt zu wesentlich geringeren Einnahmen, bei gleichbleibenden bzw. teilweise steigenden Ausgaben, u.a. bedingt durch die Hygienemaßnahmen.

Eine Prognose, die Klaus Ehren, Geschäftsführer der Turngemeinde Neuss, nur bestätigen kann. „Wir sind dahingehend betroffen, dass circa 95 Prozent der Einnahmeverluste in 2021 aus dem steuerlichen ‘idellen Bereich’ kommen. Das heißt, es sind Verluste durch Beitragseinnahmen aufgrund zahlreicher Kündigungen.“ Das Dilemma: „Laut Überbrückungshilfen und anderen Coronahilfe-Programmen werden aber nur die Verluste aus dem ‘Zweckbetrieb’ und dem ‘wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb’ berücksichtigt.“ Der Verein, der einen mit Covid-19 unmittelbar verbundene Verlust von 580 Mitgliedern zu verzeichnen hat, gehe damit einem schwierigen Jahr entgegen“, prophezeit Ehren.

Die TG ist indes nicht untätig geblieben, hat zahlreiche Sportkonzepte entwickelt, um so schnell als möglich wieder mit ihrem kompletten, umfangreichem Sportangebot starten zu können. Ehren: „So erhoffen wir uns auch eine baldige Rückkehr vieler Mitglieder, die uns in 2020 verlassen haben.“ In Kürze geht die sportliche Stadtrallye an den Start. Und im Mai wollen die Neusser probehalber für drei Wochen kostenlos ein komplettes Outdoor-Fitness-Studio auf dem Gelände der Geschäftsstelle an der Schorlemerstraße auf die Beine stellen.

Zudem hat die TG gemeinsam mit 31 weiteren Großsportvereinen aus Nordrhein-Westfalen ein Positionspapier zu aktuellen Lage verfasst. Dessen Kernpunkte sind fünf zielgerichtete Zuschussprogramme für eine innovative und nachhaltige Sportentwicklung. Und zwar: ein Sonderprogramm für Investitionen in innovative Outdoorsportangebote; Betriebskostenzuschuss für vereinseigene Sportanlagen in NRW; Zuschüsse für Neueintritte in 2021; Förderung für hauptberufliche Trainer und Trainerinnen; Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse für Sport mit der Pandemie. Damit könnte, heißt es in dem Papier, den akuten und dauerhaften Herausforderungen der Großsportvereine begegnet werden. Nämlich: Starker Mitgliederverlust in der Pandemie; Hohe Aufwendungen für die Neugewinnung/Zurückgewinnung von Mitgliedern; Risiken bei der Beschäftigung von hauptamtlichen Mitarbeitern/innen und dem Betrieb vereinseigener Anlagen.

RHEIN-KREIS
VON DIRK SITTERLE
ZUM BERICHT IN DER NGZ