TIGERS SIEGEN TROTZ ACHT-MINUTEN-BLACKOUT

TIGERS SIEGEN TROTZ ACHT-MINUTEN-BLACKOUT

4. OKTOBER 2019

Nach einem 14:0-Lauf der Krofdorf Knights brach Lisa Spießbach mit vier schnellen Punkten den Bann. Da blieb den Krofdorferinnen Tykyrah Williams und Susanne Seel (v.l.) nur die Rolle der Zuschauerin. Foto: Andreas Woitschützke

Vor rund 350 Zuschauern startet Neuss mit Heimerfolg über Krofdorf in die Basketball-Saison. Nun kommt Grünberg.

Uwe Scheidemann ist ein höflicher Mensch. Und darum schnürte der Trainer der Krofdorf Knights nach der 63:75-Niederlage (Halbzeit 28:27) im ersten Saisonspiel bei der TG Neuss sein Ränzlein mit diesen freundlichen Worten: „Vielen Dank für alles. Wir haben Euch zwei Punkte hier gelassen.“

In ihm dürfte es freilich kräftig gebrodelt haben, denn seine Mädels waren wie im Vorjahr dran, einen wohl nicht unbedingt eingeplanten Sieg am Rhein zu klauen. Zum Verhängnis wurde den „Ritterinnen“ ausgerechnet ihr bestes Viertel: In den zweiten Abschnitt war das lediglich zu acht angereiste Team aus Mittelhessen (Dana Gohlke stand zwar auf dem Spielberichtsbogen, kam aber verletzt nicht zum Einsatz) mit einem 14:21-Rückstand gestartet, schweißte dann aber eine Serie von 14:0-Punkten in Folge zusammen. Zu wenig gegen komplett aus dem Tritt geratene Tigers, denen bis 1:40 Minute vor dem Ende dieses Viertels kein Korb gelang. Weil John F. Bruhnke einigermaßen erleichtert sah, dass die Gäste den Blackout seiner Schützlinge nicht wirklich bestraften, blieb der Neusser Coach gelassen, nahm diese schlimme Phase als Lernprozess: „Da mussten die Damen durch.“

Den Bann brach in Lisa Spießbach eine Akteurin mit großem Herz, aber begrenzter Spielzeit. Die 26-Jährige traf nach einem Ballgewinn zum 23:28 und legte noch zwei weitere Punkte zum 25:28 drauf. Und da Lotti Ellenrieder die kleine Serie mit dem 27:28 auf 6:0 ausbaute, ging Scheidemann zur Halbzeitpause trotz des mit 14:6 gewonnenen Viertels kopfschüttelnd in die Kabine. Der Ärger über die verpasste Chance wirkte nach: Durchgang Nummer drei ging hoch mit 24:9 an die Tigers. Hart traf die Knights dabei das dritte Foul gegen US-Girl Tykyrah Williams, die in der ersten Hälfte gemeinsam mit ihrer Landsfrau Darien Huff 17 der insgesamt 28 Krofdorfer Zähler erzielt hatte. Während bei den Neusserinnen vor allem durch Lisa Spießbach und Marja Wucherer, aber auch durch Leonie Prudent, Lotti Ellenrieder, Ronja Spießbach und Inga Krings wichtige Impulse von der Bank kamen, standen die Gäste ohne Williams (null Punkte im dritten Abschnitt) auf verlorenem Posten.

Geschlagen waren die Knights trotz mieser Freiwurfquote jedoch noch nicht. Scheidemann setzte in den letzten zehn Minuten voll auf seine US-Profis: Hull, für die schließlich mit 25 Punkten (davon zehn im vierten Viertel) und zwölf Rebounds ein Double-Double zu Buche stand, sowie Williams (14 Punkte/12 Rebounds) sorgten, nur zart unterstützt von Sarah Lückenotte, Morgana Sohn und Susanne Seel, dafür, dass Krofdorf ab Minute 30 einen 14-Punkte-Rückstand (37:51) wettmachte und knapp drei Minuten vor Schluss durch Huffs Drei-Punkte-Spiel (Feldkorb plus Bonusfreiwurf) tatsächlich ausglich (58:58/37.). „Dass wir da die Tür noch mal aufgemacht haben“, gefiel Bruhnke natürlich gar nicht. Aber jetzt konnte sich der Tigers-Coach auf seine Starterinnen, die bis dahin bis auf Britta Worms keine Bäume ausgerissen hatten, verlassen: Franziska Worthmann (markierte zehn ihrer 17 Punkte im letzten Viertel) konterte per Dreier zum 61:58 (38.) und erhöhte nach einem Pass von Briana Williams auf 63:58 (38.). Spätestens als Jill Stratton 1:21 Minute vor der Schlusssirene den Ball von jenseits der Drei-Punkte-Linie abgebrüht zum 68:60 in den Korb nagelte und Williams die Führung kurz darauf mit dem 70:60 auf zehn Zähler ausbaute, waren die beiden ersten Punkte dieser Saison im Sack.

Die nächsten Zähler sollen am Sonntag (16 Uhr) an gleicher Stelle gegen die Bender Baskets Grünberg folgen. Am Freitag gönnte der Coach seinem Team erstmal eine verdiente Verschnaufpause. „Aber am Samstag beginnt die Vorbereitung auf das Spiel gegen Grünberg“, stellte Bruhnke lächelnd klar.

Quelle NGZ Online